Radweg nach Glonnbercha

Aufgrund der Initiative einiger Bewohner Glonnberchas (u.a. Emil Andorfer, Daniel Lettmair) lud Günter Fuchs, ehemaliger Bürgermeister Petershausens, den Landtags-Abgeordneten Bernhard Seidenath sowie den Vorsitzenden des bayerischen Haushalts-Ausschusses Josef Zellmeier in Sachen Staatsstraße 2054 zu einer Besichtigung in Glonnbercha ein, um die bestehenden Probleme zu erörtern, die einen Radwegbau bisher verhindert haben.

Das Gespräch fand am 18.06.19 um 17:00 statt. Mit dabei waren die Bürger­meister von Petershausen, Marcel Fath, und Hohen­kammer, Johann Stegmair, die Familie Trinkl, mehrere Vertreter der Bürger­werkstatt Mobilität (Christa Jürgensonn, Andrea Stang, Rolf Trzcinski, Eduard Messthaler), die 2. und 3. Bürgermeister Petershausens Wolfgang Stadler und Josef Gerer sowie zahlreiche interessierte Bürger Glonn­berchas. Diese, die ihre Kinder gleich mitgebracht hatten, wiesen auf einen deutlichen Kinder-Boom in Glonnbercha hin; der Bedarf an einem sicheren Radweg sei unverkennbar.

Die Famile Trinkl, deren Grundstücke für die Planung des Radwegs entlang der Staatsstraße nötig wären, machte deutlich, dass sie die Gefährdung von radelnden Kindern auf der Staatsstraße ablehnt und nicht beschuldigt werden möchte, eine Lösung zu verhindern. Sie würde aus diesem Grund einen Radweg sehr befürworten; ihre ablehnende Haltung habe Ursachen, die in früheren nicht eingelösten Versprechen begründet seien und die darüber hinaus mit früheren Austausch-Problemen von Flächen zusammenhingen. Auch seien die jüngst in Aussicht gestellten Entschä­digungs-Zahlungen nicht ausreichend und die angebotenen Tauschflächen entsprächen nicht dem Wert des beanspruchten Ackerlands. Auf die von Emil Andorfer (der nicht anwesend war) angebotenen Ersatzflächen wurde allerdings nicht eingegangen.

Die Gesprächsteilnehmer nahmen die Probleme zur Kenntnis, ohne jedoch eine Einigung erzielen zu können. Aber die Herren Zellmeier und Seidenath konnten sich von dem sehr schlechten Zustand der Staatsstraße, der Zunahme des Verkehrs und der Notwendigkeit eines Straßen­neubaus inklusive Radweg überzeugen.

Bürgermeister Johann Stegmair aus Hohen­kammer begrüßte die Initiative, den Radweg-Neubau gleich bis Hohenkammer durchzuziehen, und erwähnte entgegen­kommend, dass bereits ein nicht befestigter Rad- und Fussweg entlang der Glonn von Schloss Hohenkammer bis Herrschenhofen existiere. Die anwesenden Bürger entgegneten, dass dieser Weg weder gewartet noch im Winter geräumt wird. Die Fortsetzung durch Herrschenhofen den Berg hinauf ist zudem für Radler umständlich, womit der Weg – so wie auch alle anderen Lösungs­versuche über Flurwege mit z.B. Brücken tief in den Glonn-Auen – nur Sonntagsausflugs-Qualitäten haben könnte.

In Zeiten des Klimawandels, in denen das Fahrrad und insbesondere das E-Bike zunehmend die tägliche Nutzung des PKWs im Nahverkehr ersetzen wird, werden ordentliche befestigte Radwege mit ausreichender Breite, gut sichtbar und leichtem Zugang direkt neben den Straßen für den täglichen, sicheren Einsatz auch im Winter durch Berufspendler und Schulkinder benötigt. Fahrräder können sicher mit Spikes fahren. Hier sollte das alte Denken, dass Radfahren lediglich in der Freizeit-Ecke angesiedelt ist, endgültig begraben werden. Wir brauchen jetzt sofort gute Radwege und keine halbherzigen Kompromisse. Daher möchten die Bürger Glonnberchas eine Petition aufsetzen und mit vielen Unterschriften versehen an die Vertreter der Staatsregierung senden, um den Radweg entschieden voranzubringen, der auch ein wichtiger, umweltfreundlicher Ortsver­bindungs-Weg werden könnte. Möglicherweise könnte eine Erhöhung der Entschädigungs-Zahlungen für die Landwirte den Weg für dieses umweltfreundliche Projekt freimachen.

Dietrich Lange

Von Dieter Lange, 19.06.19

https://www.petershausen-mobil.de/blog/b190619.htm

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